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Soziale Gruppen im zaristischen Russland
9 November 2008 - Geschichte von St. Petersburg in Russland
Es gab vier soziale Hauptgruppen während der
zaristischen Herrschaft in Russland. Es waren die Zaren, die Adligen, die
Bauern und die Leibeigenen.
Zar - Zu jener Zeit war der Zar die höchste
der sozialen Gruppen in Russland. Zar ist das russische Wort
für Kaiser. Es war der Titel, den die Kaiser Russlands in der
Epoche des "zaristischen Russland" trugen. Der Titel
"Zar" wurde während einer Dynastie weitergegeben.
Die erste russische Dynastie war die Rurik-Dynastie. Der erste
russische Herrscher jedoch, der den Titel "Zar" wählte, war
Michael Romanov. Der letzte Zar war Nikolas II, der die zaristische
Epoche mit seiner Abdankung 1917 beendete. Darauf begann die kommunistische
Ära.
Boyaren - Die Boyaren waren die zweithöchste soziale Gruppe
in Russland. Die Boyaren waren adelige Krieger. Sie waren jene, die
das meiste Land und Leibeigene besassen. Die Adeligen waren
wohlhabende Familien und lebten im großem Komfort.
Im Winter lebten sie meistens in Moskau oder St. Petersburg.
Dort hatten sie bis zu 100 Leibeigene, die für sie arbeiteten.
Fast jede Nacht wurden die Säle mit Gästen gefüllt.
Sehr oft wurde getanzt, wobei die Leibeigenen bis spät in die
Nacht musizierten. Im Sommer reisten die Adeligen zu ihren
Landsitzen, wo sie von noch mehr Leibeigenen erwartet wurden.
Die Adeligen hielten eine strikte Disziplin und hielten mit Schlägen und Prügeln
die Leibeigenen in Zucht, wenn sie den Adeligen beständig
mißfielen.
Bauern - Die Bauern waren die geringste soziale Gruppe im
"zaristischen Russland." Es gab zwei unterschiedliche Kategorien:
die Bauern und die Leibeigenen. Der einzige Unterschied
bestand darin, daß die Bauern nicht an das Land gebunden
waren wie die Leibeigenen. Die Bauern waren frei, in die Stadt zu
ziehen und hatten ihr eigenes Haus. Alle beide hatten buchstäblich
keine Rechte. Die Leibeigenen gehörten den Boyaren, die eine
vollständige Kontrolle über sie ausübten. Die Adligen
kauften und verkauften die Leibeigenen nach ihrem Bedarf. Die weiblichen
Leibeigenen kochten normalerweise die Mahlzeiten, während die männlichen
Leibeigenen die Adeligen und ihre Gäste bedienten.
Die Bauern assen einige Grundnahrungsmittel. Ihre Nahrung bestand
hauptsächlich aus Schwarzbrot, Haferbrei, Getreide oder
in Wasser gekochtem Fleisch.
Die russischen Bauern lebten in großen, patriarchalischen
Familien. Der älteste Mann der Familie traff die Entscheidungen.
Nur Männer konnten Land erben. Die Frauen hatten einen tieferen Status
im Haus. Gartenarbeit und Tierhaltung war Frauenarbeit; ferner war
noch die Hausarbeit zu tun. Die Hochzeiten der Kinder orientierten
sich in den Mittelklassefamilien am Vermögen. Die normale
Bauernfamilie lebte in einem kleinen Holzhaus, das ein großes
Zimmer und ein oder zwei kleine Speicherräume hatte.
In einer Ecke des großen Wohnzimmers war ein großer Herd,
an dem gekocht und gebacken wurde. Die älteren Mitglieder
der Familie schliefen im Winter nahe dem Herd. Das bäuerliche
Leben in Russland war äußerst hart.
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